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Verlust an Genauigkeit – Master Arbeit von Vesela Stanoeva

“Verlust an Genauigkeit” ist ein (Master) Projekt von Vesela Stanoeva im Zuge dessen die Nachhaltigkeit von Ort, Architektur und Material untersucht wurde. Dabei galt es zunächst, ein kurz vor dem Abriss stehendes Gebäude von innen flächig einzufärben. Der Abriss selbst wurde daraufhin dokumentiert und die Überreste dahingehend untersucht, ob und inwieweit das farbig markierte Innenleben des Gebäudes nach dem Abriss noch ein Gesamtbild ergibt. Inspiration bot in diesem Zusammenhang somit der Gedanke an die Zerstörung und das Auslöschen eines Ortes.

Zu dem Projekt gibt es ein Video

Das Verschwinden eines Gebäudes oder ganzer Stadtteile, deren Zerfall zu Schutt und Asche ist in der Region des Ruhrgebiets oft zu beobachten. Mit einer Bevölkerungsdichte von achteinhalb Millionen ist es das größte Stadtgebiet in Deutschland. “Wie die Geschichte des Ruhrgebiets beweist, ist das Schicksal der Familie Theilke kein Einzelfall, sondern spiegelt die Situation in der gesamten Region wieder. Dies ist ein interessantes Beispiel für die Fragmentierung der Realität und der Klarheit des Gesamtbildes in dem historischen Moment, in dem wir leben. Ein scheinbar isolierter Fall – das Ende einer 500 Jahre alten Schmiede – spiegelt tatsächlich das Schicksal der gesamten Region wider. Wenn wir den Fokus erweitern, werden wir sehen, dass dies zu einem großen Teil auf die gesamte westliche Welt zutrifftt. Es ist diese historische Last, die eine weitere Dimension des Projekts eröffnet, sodass nicht mehr nur das Gebäude und der Akt des Abrisses als Objekt und Subjekt der Kunst im Fokus stehen, sondern eine Überlappung verschiedener Identitätsebenen entsteht. Auf der einen Seite ist es die Individualität des Künstlers selbst, die Fähigkeit des Autors, sich in seine Arbeit hineinzufühlen und mitzuwirken. Auf der anderen Seite gibt es eine Familien-Identität sowie die historische und wirtschaftlich-geographische Identität der Region. Dank des Projekts lebt der Ort und seine Geschichte nicht nur weiter, sondern existiert gewissermaßen auch virtuell.”

Die Arbeit wurde von Prof. Oliver Langbein, Britta Eiermann und Prof. Lars Harmsen betreut.

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