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ELFENBEINTURM c/o Lastenaufzug – Master Thesis von Anita Ackva

Rauminstallation + Aperó // 10.08.2020, Theater Dortmund
Fotografien: Dana Kirsch
Mangiare: Hella Vohrmann

In welchem Verhältnis steht das Wachen zum Schlafen, gibt es eine Hierarchie, was deren Bedeutung für mein Leben angeht? Warum werde ich nicht mit der gleichen Hingabe getröstet über das, was mir im Schlaf zustößt, wie über jenes, was mir im Wachen geschieht? Schulde ich meinen Mitmenschen Rechenschaft über die Gemeinheiten, die ich ihnen Nachts antue? Ist es normal, dass meine Idee von anderen Leuten auf Fakten basiert, die ich selbst erträumt habe? Sind das Fakten?

Die Rauminstallation Elfenbeinturm c/o Lastenaufzug lädt dazu ein, Ambivalenz gegenüber jenen Realitäten zu üben, auf die wir uns irgendwann geeinigt zu haben scheinen. Verhandelt wird dies entlang der Thematik des Träumens.

Der Abend besteht aus zwei gleichwertigen Elementen. Einerseits einem Aperó in einem der Innenhöfe des Dortmunder Theaters und andererseits einer begehbaren Rauminstallation in einem der Lastenaufzüge des Hauses.

Im Hof können sich Gäste aufhalten, wenn sie sich nicht gerade die Rauminstallation ansehen. Zum Aperó gibt es kleine Schnitten, die eher Gerichte, als belegte Brote sind. Beispielsweise mit Bratkartoffeln, Wachteleiern und Radieschen-Vinaigrette. Außerdem perlende Getränke, Gin und selbstgemachte Sirupe aus Kräutern. Basilikum, Salbei und Waldmeister schmücken die Tische.

Der Weg zum Lastenaufzug ist durch Pfeile gekennzeichnet, wir bewegen uns durch einen Teil des Theaters ohne Publikumsverkehr. Alles ist groß und sperrig. Jeder Gegenstand hat eine Funktion. Vor dem Aufzug hängt eine Fotomontage. Immer dasselbe Bett, immer morgens fotografiert und, wie bei einer Mehrfachbelichtung, übereinander gelayert.

Die Installation selbst wird im Erdgeschoss betreten. Empfohlen wird, sie alleine zu betreten. In dem Lastenaufzug befindet sich das Bett, welches wir schon von der Fotomontage kennen (jenes der Träumenden). Darüber aufgehängt ein Mobile aus alltäglicheren und weniger alltäglichen kleinen Gegenständen, Objets Trouvés. In dem Moment, in dem sich der Aufzug in Bewegung setzt, startet eine Projektion auf die dem Bett gegenüberliegende Wand des Aufzugschachts, an der der Aufzug – der an seinen kurzen Seiten offen ist – vorüberfährt. Projiziert wird das Live-Bild einer über dem Bett montierten Kamera. Zeitgleich startet der Sound. Morgens aufgenommene Gedächtnisprotokolle von Träumen. Mal mehr und mal weniger kohärent erzählt. Auf der Fliesenwand, an der die Besucher*innen vorüberfahren, sind außerdem handschriftlich Fragen notiert, etwa Fährt der Aufzug, oder das Haus? Oder Hier leben? Eine Fahrt mit dem Aufzug dauert sieben Minuten, die Sounddatei hat eine Länge von ca. 90 Minuten. Jede*r Besucher*in wird am Ende des Abends also andere Sequenzen gehört und andere Stimmungen erlebt haben. Unten angekommen setzen Sound und Video wieder aus.

@anita.ackva

MA betreut von Prof. Lars Harmsen

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