Logo: FH Dortmund

shitstorm box von Liliane Adamek

Dokumentation zum Projekt Shitstorm Box

Als Shitstorm bezeichnet man ein Internetphänomen bei dem es zu einem lawinenartigen Auftreten von Kritik gegen eine Person oder ein Unternehmen innerhalb sozialer Medien wie Facebook, Twitter oder ähnlichem kommt. Oft beinhaltet dieser Sturm der Entrüstung aggressive, beleidigende oder bedrohende Äußerungen, die eine psychisch belastende Wirkung auf das Opfer haben. Durch die Masse an Kommentaren ist es dem Betroffenen oftmals gar nicht mehr möglich dagegenzusteuern, geschweige denn das Ganze in den Griff zu bekommen. Was passiert aber nun, wenn der Shitstorm in die reale Welt geholt wird und der Schutz der Anonymität genommen wird? Würde man genauso leichtfertig mit diesen Worten umgehen? Wahrscheinlich nicht. Solange sich alles im Internet abspielt, scheint es so als gäbe es keine Konsequenzen in der analogen Welt. Erst wenn die Kommentare aus der digitalen in die reale Welt kommen, wird die Echtheit und Wirkung dieser klar. Die Wirkung des Shitstorms potenziert sich, wird fühlbar, manifestiert sich in echten Personen und Stimmen.

Mit der Shitstorm Box lässt sich diese Wirkung  in der analogen Welt für jeden spürbar machen.

In der besagten Box findet eine Performance statt, die als Hauptelement echte Kommentare aus dem Internet beinhaltet und von menschlichen Darstellern vorgetragen wird. Die Performance erzeugt dadurch eine starke Stresssituation. Man blickt in Gesichter völlig Fremder, trifft auf Wut, Beleidigungen und Drohungen. Das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle geht verloren, man fühlt sich den Kommentaren somit schutzlos ausgesetzt. Zusätzlich unterstützt der geschlossene Raum nicht nur die psychisch beklemmende Wirkung, die auch durch die Kommentare der Performer entsteht, sondern auch physisch, da die Personen in der Box deutlich näherkommen als man vielleicht möchte. Freiräume, um dem Konflikt zu entfliehen, sind, wie auch im Internet, somit nicht gegeben.

Mit dem Projekt soll ein Denkanstoß über das eigene Verhalten in sozialen Medien, dem Umgang mit Kommentaren in der digitalen, aber auch realen Welt sowie der eigenen politischen Einstellung oder gesellschaftlichen Haltung angeregt werden. Es soll aber auch darauf aufmerksam gemacht werden, wie wenig soziale Plattformen sich mit der Bekämpfung und Entfernung solcher Kommentare beschäftigen. Mit Hilfe des Hashtags „#useyourmindbekind“ möchte ich diese Botschaft weiterverbreiten und zu mehr Aufmerksamkeit, Toleranz und Empathie in sozialen Netzwerken bzw. allgemein im Internet aufrufen. Denn hinter den Profilbildern in sozialen Netzwerken stecken echte Menschen, die durch diese Kommentare auch im realen Leben stark getroffen werden.

Realisiert wurde das Projekt erstmals am 06.04.2018 in der Dortmunder Innenstadt auf der Katharinenstraße, Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs.

Konzepttext zum Projekt der „Shitstorm Box“ (#useyourmindbekind)
Modul: NFM 10 Gestaltungssprachen/Mediale Dialekte 1
Kurs: Print is not dead – Post digital publishing
Dozentin: Frau Ulrike Brückner
Studentin: Liliane Adamek

Schreibe einen Kommentar