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Bildfehler
Ann-Kathrin Peintinger

Bildfehler

Der Begriff ,,Bildfehler“ kann auf unterschiedlichste Weise interpretiert werden. Für mein Projekt habe ich mich zunächst mit dem klassischen Beispiel, optische Fehler, auseinandergesetzt. Was machen diese aus, verändern sie unseren Blick auf das Motiv und was passiert inhaltlich? Als Inspiration diente mir vor allem die Episode ,,Weiße Weihnachten“ der (dystopischen) Science Fiction Serie ,,Black Mirror“. In dieser spezifischen Folge sind die Menschen technisch in der Lage, ihre eigene, visuelle und auditive Wahrnehmung sowie die ihrer Mitmenschen zu steuern und zu beeinflussen. Eine Art Filter ermöglicht es, unerwünschte Personen zu blacken. Hierbei sind sie für die Blockierenden nur noch schattenhaft sichtbar, gleichzeitig sehen sie ihr Gegenüber ebenfalls in zensierter Form. Auch die Stummschaltung von Menschen ist möglich.

Auf Grundlage dieses Beispiels setzte ich mich mit der Methode des Unkenntlichmachens durch das Pixeln von Bildelementen auseinander und entschied, dies auf mein Projekt zu übertragen. Hierzu suchte ich eine Reihe an typischen Stockfotos von verschiedenen, bekannten Sehenswürdigkeiten aus aller Welt und Aufnahmen von Tieren zusammen. Mit Hilfe des Vergröberungsfilters in Photoshop bearbeitete ich entscheidende Details in den gesammelten Aufnahmen, sodass das Wichtigste des Bildes letztendlich entfernt worden ist. Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass durch dieses Vorgehen zwar eine theoretische Entwertung des Bildes stattgefunden hat und so ein Bildfehler erzeugt wurde, der aber beim Betrachter weder als störend, noch als gravierend oder fehlerhaft wahrgenommen wird. Denn scheinbar hat fast jeder von uns diese besagten Sehenswürdigkeiten und Tiere schon mehrfach in seinem Leben gesehen (ob in realer, greifbarer Form oder in Büchern/ Fernsehen etc.) und kann diese Lücke im Kopf ergänzen. Folglich existiert eine Art kollektives Wissen, das uns im Alltag hilft, gewisse Defizite (z.B. Bildfehler) auszugleichen.

Gleichzeitig beschäftigte ich mich mit der Frage, welche Motive als wertvoll genug erachtet werden, um dann veröffentlicht oder gedruckt zu werden. Vor allem Stockfotos von berühmten (Sehnsuchts-)orten und niedlichen Tieren in lebendigen Farben erfreuen sich großer Beliebtheit bei der breiten Masse. Klassischerweise sind diese in Gestalt von Ansichts-/ Postkarten und Postern zu finden. Deshalb wählte ich diese Medien ebenfalls zur analogen Umsetzung meines Projekts. Hierbei bilde ich die theoretisch unbrauchbaren Tiermotive als Poster und die Aufnahmen der architektonischen Sehenswürdigkeiten als Postkarten ab. Das vermeintlich fehlerhafte Bild erscheint somit in einer neuen Wertigkeit.

Postkarten:

 

Plakate:

 

 

 

Konzept, Gestaltung & Illustration: Ann-Kathrin Peintinger
Postkarten, Poster
Betreuung: Prof. Ulrike Brückner,
Seminar: Bildfehler, SS 21

 

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