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Kontrolle
Dilara Buran & Luisa Gehnen

„Rund eine halbe Milliarde Kommunikationsverbindungen aus Deutschland speichert der amerikanische Geheimdienst NSA im Monat ab.“ – Tagesthemen, 30.06.2013

„It collects them in it’s system and it filters them and it analyzes them and it measures them and it stores them.“ – E. Snowden, 06.04.2014

„Die großen Internetfirmen sind Komplizen, mehr oder weniger freiwillig. Und wir sind es, die sie unbekümmert mit persönlichen Daten und Vorlieben fett machen.“ – Tagesthemen (Kommentar), 10.06.2013

Mit unseren persönlichen Daten, die wir tagtäglich ins World Wide Web laden, geben wir auch immer ein Stück Kontrolle und Macht über unser Leben weg. Mit diesem Kerngedanke des Philosophen und Soziologen Michel Foucault haben wir uns in dem Seminar Insignien der Macht intensiv auseinandergesetzt. Foucaults Theorie nach erlangt man durch Wissen Kontrolle und durch Kontrolle Macht. Bedeutet: Überwachungsprinzipien können zu mächtigen politische, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Instrumenten werden. Denn durch sie lässt sich eine Gesellschaft kontrollieren. Nicht nur Foucault hat sich mit verschiedenen Auswirkung von Überwachung auseinandergesetzt. Bentham zum Beispiel geht davon aus, dass das Individuum so auch zu einer produktiveren Version seiner selbst wird. Denn von der Norm abweichende Menschen können definiert und diszipliniert werden, so, dass sie sich wieder in die Gesellschaft einfügen oder ganz von dieser fern gehalten werden können.

Auch wenn es nicht direkt ersichtlich ist, leben wir in einer Welt in der wir alle unter irgendeiner Form der Überwachung stehen. Schulen, Krankenhäuser, Bahnhofe, Flughäfen, Arbeitsplätze und die undurchsichtige Welt des World Wide Webs, in der wir unser Verhalten von Algorithmen dokumentieren und analysieren lassen. Die Frage ist aber, beeinflussen uns diese Umstände in unserem Verhalten überhaupt?

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie es sich anfühlt unter ständiger Beobachtung zu stehen, haben wir ein 3-Phasen-Experiment durchgeführt. In Phase 01 haben wir uns gegenseitig jeweils drei Wochen lang überwacht. Die Überwacherin hatte Zugriff auf den Standort, die Webcam, sowie auf den Desktop der anderen. In Form von Screenshots haben wir in der Zeit haufen- weise Daten über die jeweils andere gesammelt. In Phase 02 haben wir uns die gesammelten Daten einander gezeigt. Im Anschluss haben wir es uns in Phase 03 selbst überlassen, wie wir mit den Daten der anderen nun weiter vorgehen. Dabei gab es nur eine Regel: Wir erzählen uns gegenseitig nicht, was mit den Daten der anderen geschieht…

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Weitere Informationen

Konzept, Gestaltung & Illustration: Dilara Buran und Luisa Gehnen
Film: 23:26min
Betreuung: Prof. Ulrike Brückner, Prof. Nora Fuchs
Seminar: Insignien der Macht, SS 20

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