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Agitprop 1917-1953
Paulina Macieszek

Agitprop 1917-1953

Die Relevanz von Kunst und Design wird u. a. durch die große Verantwortung definiert, die sie trägt. Sie kann durch visuelle Reize Menschen triggern, ihr Handeln oder Denken steuern und dem Gestalter dadurch Macht verleihen. Diese Macht schaue ich mir am Beispiel der Sowjetunion an. In meinem Projekt „Agitprop 1917-1953“ analysiere ich aus retrospektiver Sicht die Interaktion zwischen dem Künstler und dem Staat in der UdSSR. Ich setze mich künstlerisch und analytisch mit Agitprop auseinander. Im Fokus stehen die postrevolutionären sowjetischen Propagandaplakate zu Zeiten von Lenin und Stalin. Ziel ist es, die gestalterischen Instrumente der Meinungsmanipulation am Beispiel der Sowjetunion zu untersuchen und auf moderne Weise zu interpretieren.

 

Die Positionierung der Künstler hinsichtlich einer politischen Ideologie zeigt, dass Kunst immer in einer Form politisch ist. Die freie Kunst der Bolschewiki entwickelt sich zu einer vom Staat instrumentalisierten Kunst und dient nicht länger dem Vergnügen – sie ist ein ernstzunehmender Staatsauftrag. Die spannenden Übergänge von der traditionellen Kunst im russischen Zarenreich über den gegenstandslosen Konstruktivismus bis zum Sozialistischen Realismus werden reflektiert.

 

Agitation und Propaganda werden fusioniert, um durch die Indoktrinierung der Bevölkerung eine Massenorganisation des Proletariats zu erreichen. Ihr Zwangscharakter im Stalinismus zeichnet sich vorrangig durch den Sozialistischen Realismus als einzig erlaubte Kunstform sowie der stetigen Konfrontation in allen Lebensbereichen aus. Plakate nehmen aufgrund ihres hohen Herstellungstempos und den Multiplikationsmöglichkeiten sofort die führende Rolle in der Propaganda ein. Sie vermitteln mithilfe traditioneller Symbolik, der Heroisierung des Arbeiters, des konstruierten Wir-Gefühles und einer utopischer Zukunft Handlungsanweisungen für die Massen. Das Erzeugen eines kollektiven Bewusstseins ist dabei das oberste Ziel. Die Abweichung von der Realität ist immens, was im Nachhinein zu viel Rebellion führt.

 

Die knapp 70-jährige Herrschaft der Sowjets von 1922 bis 1991 löst bei Menschen unterschiedliche Emotionen aus. Manche assoziieren sie sehr negativ mit Zwang und Unterdrückung, Stalins Terror, Gulags, der Mangelwirtschaft und einer Diktatur. Andere empfinden hingegen eine starke Ostalgie. Ob die Sowjetunion nun ein Zwangsregime, eine Supermacht oder vielleicht beides war, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Bachelor Projekt
Buchkonzept, Gestaltung: Paulina Macieszek
Betreuung: Prof. Ulrike Brückner, Prof. Lars Harmsen

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