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Steffi

Wenn wir heute etwas über uns oder nach uns selbst suchen, gehen wir – ins Internet. Facebook, Twitter, Google+ und Co. versammeln auf jeder Profilseite, was und wie wir sein wollen. Durch die eigenen Posts, Tweets und Fotos, die von anderen Profilen geliked, kommentiert und geteilt werden, wissen wir: Das bin ich, so bin ich und ich bin noch da.

Als Deutschlands meistgenutzte Suchmaschine und sogenannten Datenkrake vereint Google vielleicht noch mehr als die Sozialen Netzwerke das gesamte Wissen über uns und die Welt. Deswegen halten wir uns sogar gegenseitig mit Webseiten wie „Google ist dein Freund“ (http://www.gidf.de) oder „Lass mich das für dich googeln“ (http://www.lmdfdg.at) dazu an, lieber erstmal Google zu fragen, bevor wir im Internet oder sogar andere Menschen persönlich behelligen.

Wir erwarten und verlassen uns darauf, dass Google auf alles eine Antwort hat oder uns zumindest hilfreiche Entscheidungsempfehlungen gibt – wie ein Orakel.

Für meine Sorry Edition wende ich mich ganz selbstverständlich an Google als dieses allwissende Orakel und befrage es nach mir. Dabei gehe ich ganz naiv vor und benutze lediglich ein Kinderfoto und meinen Vornamen in der Suche; ich versuche mich selbst bei Google zu bestätigen, aber vielleicht weiß es sogar etwas über mich, was ich nicht weiß …

Gerade die Naivität, mit der ich Google nutze und wie verwundert ich auf die skurrilen Ergebnisse reagiere, macht deutlich, wie solche Internetdienste funktionieren und vor allem, was sie nicht leisten können.

Wir vergessen oft, das Google lediglich aus Algorithmen besteht und nur Daten auswertet; Google sieht nicht wie wir, was auf einem Bild gezeigt wird, sondern analysiert es nur nach Anordnung und Farbigkeit der Pixel und Tags und vergleicht es mit anderen Bilder im ganzen Netz. Es kann ohne zusätzliche Informationen nicht zwischen mir und anderen Kindern und nicht zwischen mir und anderen Steffis oder einem Staubsauger unterscheiden; es fehlt die Semantik, datenunabhängige Intelligenz.

Die Edition spielt mit den Missverständnissen die immer wieder entstehen, wenn wir versuchen, abstrakte digitale Vorgänge mit uns vertrauten Metaphern zu belegen und sie dadurch für uns verständlicher, menschlicher zu machen.

Die Grundlage der gesamten Edition ist das Kinderfoto von mir, dass ich in der Google Bildersuche hochlade. Deswegen fasst es als Papiertüte alle Editionsteile zusammen.

Bildfehler

Aus den Suchergebnissen der Google Bildersuche zu meinem Kinderfoto wähle ich einige aus und klebe sie in ein Fotoalbum ein.

Durch die sorgfältige Behandlung, die die banalen, teils schlecht fotografierten und pixeligen Fotos in diesem Album erfahren, werden sie auf absurde Weise aufgewertet.

Mit der Benennung der eingeklebten Bilder durch die Bildunterschrift „Steffi“ wird die Skurrilität der Suchergebnisse auf den Punkt gebracht.

Zur Übersicht über alle Suchergebnisse liegt dem Album ein Poster bei.

Digitale Fehlermeldungen analog produziert

Ich nehme die Suchergebnisse zu mir selbst ernst und beschwere mich bei Google analog über die digitalen, vermeintlich falschen Bilder. Dazu sende ich Postkarten mit den Bildern als Motiv und einer Bitte um Löschung derselben (weil ich das nicht bin) an Google.

Postkarten sind für kurze Botschaften geeignet und antworten kann man meist nicht; genauso bieten die meisten digitalen Fehlermeldungen außer den Klick auf „Ok“ oder „Abbrechen“ keine Antwortmöglichkeiten.

Meine analogen Fehlermeldungen sind wieder der naive Versuch, die abstrakten Suchalgorithmen auf menschliche Weise zu verstehen und auch in diese Richtung zu beeinflussen.

Wie zeichne ich, wenn ich nicht zeichnen kann?

Neben eigenen fantasievollen Zeichnungen sind Malbücher mit die ersten kindlichen Berührungspunkte mit Malen und Zeichnen. Dabei geht es lediglich um das füllen von Formen, die sich zu den typischen Motiven zusammensetzen (Zum Beispiel Hunde, Katzen, Blumen, Schmetterlinge).

Einige Suchergebnisse meiner Bildersuche wandle ich durch Nachzeichnen der wichtigsten Konturen in flache, einfache Motive um. Meine Motive stehen jedoch völlig im Kontrast zu den üblichen Ausmalmotiven: Sie sind „wertlose“, „unschöne“ Schnappschüsse, die die Googlesuche aus ihren ursprünglichen Kontext genommen, versammelt hat (Zum Beispiel Kindersitze, die Sohlen von Schuhen, einem Kind dem die Fingernägel lackiert werden oder Windelhöschen …).

 

 

Seminar sorry actions: Steffi Luchtenberg 7.Semester

 

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