Der Chaos Computer Club (CCC) ist Europas größte Hackervereinigung. Sein jährlicher Congress mit 160+ Vorträgen, 4 Tagen und über 16.000 Teilnehmer*innen ist das ideale Anwendungsfeld für eine dynamische visuelle Identität: Das Erscheinungsbild muss skalierbar sein, kurzfristige Änderungen ermöglichen und eine Community befähigen, die Open Source, Remixen und kollektives Weiterentwickeln als Grundhaltung lebt.

»Breaking Changes« ist das fiktive Motto des 40. Chaos Communication Congress: Im Technikkontext ein Begriff für Änderungen, die nicht mehr abwärtskompatibel sind. Gesellschaftlich steht er für Zäsuren, die sich nicht mehr mit kleinen Veränderungen beheben lassen – wie beispielsweise Rechtsruck oder Klimawandel. Das gestalterische Konzept begreift Veränderung als Prinzip: Schrift, Icons und Muster werden algorithmisch verfremdet und animiert – je nach Kontext subtil oder bis an die Grenze der Leserlichkeit. Farben und Animationen sollen alarmieren.



Kern der Identität ist ein webbasierter Design-Generator, der die Gestaltung systematisiert und für die Community öffnet. Nicht-Designer*innen werden ermächtigt, eigene kreative Inhalte zu gestalten, die trotzdem wiedererkennbar bleiben. Alle Assets, Schriften und der Generator sind Open Source und laden zum Weiterentwickeln, Remixen und Ausprobieren ein.

Reaktive Elemente koppeln das Design an seine Umgebung: Im digitalen Leitsystem steuert die aktuelle Saalauslastung in Echtzeit die Intensität der Animationen. Speaker-Intros werden live im Browser gerendert, Inhalte bleiben bis zum letzten Moment änderbar.


Bachelorarbeit von Tim von Bischopinck (timvb.de, @timvonbis) · Betreut von Prof. Roger Walk & Prof. Jens Müller