In seiner Arbeit „Colliding Truths“ setzt sich Nick Patzak mit der Frage auseinander, ob es eine absolute Wahrheit gibt. Ausgehend von persönlichen Beobachtungen innerhalb seiner Familiengeschichte, in der die Erzählungen seiner Großmutter, seines Vaters und seiner Tanten stets voneinander abwichen, untersucht er, wie Erinnerungen entstehen, sich verschieben und einander überlagern. Dazu nutzt er die Archivbildern seiner Familie, arbeitet Geschichten auf und untersucht verschiedene Perspektiven seiner Angehörigen mithilfe von Interviews.
Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema führt zu der Erkenntnis, dass Wahrheit kein statisches Konstrukt ist, sondern ein Prozess. Erinnerungen entstehen demnach nicht als objektive Abbilder vergangener Ereignisse, sondern als subjektive Rekonstruktionen, die sich im Laufe der Zeit fragmentieren, verändern oder neu interpretiert werden. Unterschiedliche Perspektiven können dabei nebeneinander bestehen, ohne sich unmittelbar zu widersprechen; erst durch Kontext, Vergleich oder überprüfbare Quellen verändert sich ihr Status. Man redet hier von dem gleichen Sachverhalt, jedoch mit einer anderen Beschreibung, Perspektive oder Emotion.
Colliding Truths verbindet persönliche Familienrecherche mit einer gestalterischen Aufbereitung, die Vielschichtigkeit als formales Prinzip begreift.






















