Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Stadtgarten Dortmund als innerstädtischen öffentlichen Raum, in dem unterschiedliche Nutzungen, soziale Realitäten und persönliche Erfahrungen aufeinandertreffen. Als zentral gelegene Grünanlage fungiert er zugleich als Verkehrsknotenpunkt, Treffpunkt und Rückzugsort, wird jedoch ebenso mit Drogenkonsum, Unsicherheit und einem negativen Image assoziiert.
Aus diesem Spannungsfeld ergibt sich die zentrale Fragestellung: Wie kann visuelle Kommunikation im öffentlichen Raum die Vielschichtigkeit im Stadtgarten Dortmund sichtbar machen? Die methodische Grundlage bilden eigene Beobachtungen und fotografische Dokumentationen, eine theoretische Auseinandersetzung mit öffentlichem Raum, Aneignung und Stadtwahrnehmung sowie eine Befragung von Menschen über den Stadtgarten.
Erfasst wurden Nutzungsmuster, Sicherheitsempfinden, persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Wünsche für die Zukunft des Ortes. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Stadtgarten weder auf eine eindeutige Funktion noch auf ein einheitliches Bild reduzieren lässt. Grünflächen, Aufenthaltsmöglichkeiten und die zentrale Lage bestehen gleichzeitig neben Konflikten, Unsicherheitsgefühlen und negativen Zuschreibungen. Diese Gleichzeitigkeit bildet die Grundlage der gestalterischen Umsetzung.
Entstanden ist das Buch „Zwischen Alltag und Ausnahme“, das Fotografien, persönliche Geschichten und Stimmen von Menschen mit Texten über den öffentlichen Raum verbindet und die Kontraste hervorhebt. Ergänzend wurden acht Plakate gestaltet und im Rahmen einer performativen Plakataktion im Stadtgarten präsentiert. Die Arbeit zeigt, dass visuelle Kommunikation unterschiedliche Perspektiven auf einen alltäglichen Stadtraum sichtbar machen, bestehende Strukturen hinterfragen und Aufmerksamkeit für soziale und räumliche Vielschichtigkeit schaffen kann. Gestaltung dient dabei nicht als Lösung von Konflikten, sondern als Mittel der Vermittlung und als Impuls für einen bewussteren Umgang mit dem öffentlichen Raum und den Menschen, die ihn nutzen.
Betreuung: Prof. Lars Harmsen, Andreas Ruhe
2026, Moritz Weber
















