Talente, Kohlen oder Batzen – dies alles sind Namen der Währungen von Tauschringen. In den 1990er-Jahren etablierten sich diese Initiativen in Deutschland. Dienstleistungen sowie Waren werden in diesen Communities gegen eine Komplementärwährung getauscht. Werte wie Gemeinschaft, Reziprozität und Nachhaltigkeit spielen bei Tauschringen eine übergeordnete Rolle.
Die Rekrutierung von neuen Mitgliedern gestaltet sich häufig als schwierig und nur selten sind Personen anzutreffen, die jünger als 40 Jahre sind. Da sich aus Budgetmangel meist die Aktiven selbst um die Gestaltung der visuellen Kommunikation kümmern, handelt es sich entsprechend um Designs von Laien. Jüngere Generationen fühlen sich von diesem visuellen Auftritt häufig nicht angesprochen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Kommunikationsdesign dazu beitragen kann, die Idee dieser Gemeinschaften für ein breiteres Publikum attraktiver, zeitgemäßer und verständlicher zu machen.
Basierend auf einer historischen Aufarbeitung sowie einer teilstrukturierten Befragung aktueller Tauschringe wurden die Prinzipien des Open Designs genutzt, um die Grundlage für ein zugängliches Erscheinungsbild zu schaffen. Das Ergebnis ist ein offenes Gestaltungssystem, das lokale Initiativen dabei unterstützt, ihre visuelle Identität und Sichtbarkeit eigenständig zu optimieren.
Betreuung: Prof. Jens Müller (I), Prof. Lars Harmsen (2)







